DRSS – Nr.21 bis Nr.40

21. Mai 2010

DRSS – Die Reit-Stall-Soap

Was bisher von Nr.1 bis Nr.20 geschah – Zusammenfassung:

Birgit zieht mit ihrem Haflinger-Wallach “Burschi” in den Stall Heikmann ein. Dort lernt sie zwei Einsteller kennen: Bernd, der irgendwie immer aus dem Nichts aufzutauchen scheint, einen wunderschönen Rappwallach reitet und Ulrike, die Birgit nicht sonderlich sympathisch findet.

Erschrocken und beunruhigt zugleich ist Birgit jedoch, als sie feststellt, dass ihre ehemalige Freundin Christina ebenfalls ihr Pferd im Stall Heikmann stehen hat. Erinnerungen an unschöne Zeiten kommen wieder hoch: Ein totes Pferd und sie selbst unter Verdacht… .

Birgit sieht, dass Christina sie beim Training mit ihrem Reitlehrer Björn Hausner beobachtet… .

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Nr. 21

Birgit blieb stumm und versuchte sein Lachen zu erwidern, aber es gelang ihr nicht. Sie meinte ein hämisches Grinsen auf Christinas Gesicht bemerkt zu haben. Mit aller Mühe lenkte sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Unterricht.  Mehrmals rief sie Björn Hausner zu mehr Konzentration auf und er konnte sich keinen Reim darauf machen. Das war so gar nicht Birgits Art…

Als die Reitstunde zu Ende war, ging er noch einmal auf Burschi und Birgit zu und fragte: „Was war denn los heute? Noch nicht so richtig akklimatisiert?“

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Nr. 22

„Weiß auch nicht.“ erwiderte Birgit. „Vielleicht habe ich heute einfach nur einen schlechten Tag.“

„Na gut.“ Meinte der Reitlehrer nun, da er merkte, dass sie nicht darüber sprechen wollte. „Dann sehen wir uns nächste Woche in alter Frische wieder. Tschüß Birgit und sei schön fleißig.“ Bei diesen Worten hatte er sich schon ein ganzes Stück entfernt. Schnell rief Birgit, bevor ihr Trainer etwas sagen konnte: „Ist frei!“ Björn Hausner drehte sich noch einmal kurz um, lächelte Birgit an und verließ dann die Halle.

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Nr. 23

„Hui! Knister – Knister!“ ertönte sofort Bernds Stimme, als sich die Hallentür wieder schloss. Birgit drehte sich zu ihm um.

„Jetzt setz hier bloß keine Gerüchte in die Welt! Björn ist mein Reitlehrer – mehr nicht!“

„Ja, ja, das hat auch schon so manche Prinzessin behauptet.“ Setzte Bernd noch einmal nach und grinste in sich hinein. Birgit sprang vom Pferd und rief schnell: „Tür frei!“ Sie wollte sich keinesfalls auf dieses Gespräch einlassen.

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Nr. 24

Nachdem Birgit ihrem Haflinger die Beine abgespritzt hatte, führte sie ihn die Stallgasse entlang zum Putzplatz. Ganz am Ende sah sie ihren Trainer in der Stalltür stehen. Offensichtlich unterhielt er sich noch mit jemandem, der draußen, auf der anderen Seite der Stalltür stand. Birgit konnte ihre Neugier nur schwer unterdrücken und so guckte sie immer mal wieder die Stallgasse entlang, während sie Burschis Schweif langsam mit der Hand verlas.

Jetzt öffnete Björn Hansen lachend die Stalltür und verabschiedete sich mit einem Händedruck. Nachdem er den Stall verlassen hatte, wurde die Person sichtbar, mit der er sich unterhalten hatte.

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Nr. 25

Birgit dachte nur, dass das ja wohl nicht wahr sein konnte. Christina trat ein, entdeckte Birgit auf dem Putzplatz und schlenderte betont langsam und gut gelaunt auf sie zu.

Als sie an Birgit vorbei kam, winkte sie lässig mit der linken Hand und rief: „Hallöchen Birgit! Einen netten Reitlehrer hast du da ja. Ich habe mich gerade ganz wunderbar mit ihm unterhalten.“ Mit diesen Worten entschwand sie in Richtung Sattelkammer. Birgits Mine war wie versteinert.

Was hatte Christina vor?

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Nr. 26

„Sehr schön! Ja. Achte noch stärker auf Deinen verwahrenden Schenkel. Jetzt mehr innen treiben. Halte den Takt. Sehr gut.“ Björn Hausner war sehr zufrieden. Die Traversalverschiebung ließ sich schon sehr gut sehen. Außerdem gaben Pferd und Reiterin wirklich ein hübsches Bild ab. Die schlanke, blonde Frau und der außergewöhnlich schöne Rappe zogen mit Sicherheit die Aufmerksamkeit der Richter auf sich. Das allein waren schon Pluspunkte auf einem Turnier. Auch wenn andere bessere Reiterinnen waren – seine Gedanken schweiften kurz ab und er vor seinem geistigen Auge entstanden Bilder von Birgit und Burschi …

„Björn?“ Die junge Frau lachte. Wo warst Du denn gerade mit Deinen Gedanken?“

Björn Hausner blieb die Antwort schuldig. „Also dann, mach weiter so und wir sehen uns nächste Woche wieder, Christina.“

„Danke. Tschüß Björn. Und einen schönen Tag noch.“ Verabschiedete diese ihn mit einem süßen Lächeln.

Echt eine Hübsche, dachte der Reitlehrer und verließ die Halle.

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Nr. 27

„Hi Birgit.“ Ulrike öffnete gerade ihren Sattelschrank, der direkt neben dem von Birgit stand.

„Hi Ulrike.“ Grüßte Birgit zurück und war froh, sich an den Namen erinnern zu können. Sie hatte ziemlich viele neue Namen gehört in letzter Zeit. Aber Ulrike war die erste gewesen, die sich ihr vorgestellt hatte und Birgit erinnerte sich, dass sie Ihr nicht unbedingt sympathisch gewesen war.

„Ich habe Dich neulich beim Reitunterricht gesehen. Dein Reitlehrer scheint nicht schlecht zu sein. Kannst Du mir bei Gelegenheit mal seine Nummer geben? Vielleicht möchte ich mal eine Probestunde bei ihm buchen.

Birgit war überrascht, freute sich aber über das Interesse und antwortete: „Na klar, kein Problem. Wenn Du mir Deine Email-Adresse oder Handy-Nummer gibst, schick ich sie Dir.

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Nr. 28

„Ja, nur keine Eile.“ Erwiderte Ulrike und verließ die Sattelkammer. Sie ließ Birgit wieder einmal verwirrt  zurück.

Was war das nun wieder? fragte sich Birgit, dachte dann aber nicht mehr lange darüber nach, schnappte sich ihre Trense, Sattelseife, Schwamm und Lederöl und schlenderte dann die Stallgasse entlang nach draußen. Dort nahm sie sich einen der irgendwann einmal weiß gewesenen und nun ergrauten Campingstühle, die verstreut herumstanden und setzte sich in der Nähe des Reitplatzes in die Sonne. Sie hatte Wasser vergessen, deshalb ging sie noch einmal zurück, holte einen kleinen Eimer, füllte Wasser hinein und ging wieder nach draußen.  Beinahe wäre sie mit Bernd zusammen gestoßen, der gerade seinen Rappwallach zum  Reitplatz führte.

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Nr. 29

„Hallo.“ Begrüßte er sie freundlich und fuhr mit einem Blick auf ihren Wassereimer fort: „Was hast Du denn vor?“

„Lederzeugpflege.“ Antwortete Birgit.

„Ja klar. Muss ja auch mal sein und bei diesem herrlichen Wetter machts ja vielleicht sogar Spaß.“

„Ach,“ meinte Birgit, „hin und wieder mach ich das richtig gern. Aber Du hast natürlich recht. Bei diesem Wetter macht ja fast alles Spaß.“

„Na dann,“ beendete Bernd das Gespräch, „ich muss. Hier wird jemand ungeduldig.“ Der Schwarze stand nicht still und lief auf dem kleinen Radius, dem ihn die Zügel ließen, hin und her. „Man sieht sich.“ Fügte Bernd noch hinzu und lächelte Birgit an. Birgit lächelte zurück, nickte und setzte dann ihren Weg zu ihrem Stuhl fort. Dort angekommen, setzte sie sich und begann die Trense in ihre Einzelteile zu zerlegen. Es wurde Zeit, dass sie mal wieder gefettet wurde, denn die Schnallen ließen sich nur äußerst schwer öffnen. Hin und wieder warf sie einen Blick auf den Reitplatz und beobachtete Bernd beim Reiten.

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Nr. 30

Dabei überlegte sie, was sie von ihm halten sollte. Er war freundlich zu ihr, fast bemüht. Hatte er Interesse an ihr? Ein Interesse, dass über den Stall hinausging? Er sah gut aus und hatte ein sehr charmantes Lächeln. Knister, knister kam ihr in den Sinn. Das hatte Bernd süffisant bemerkt, als ihr Reitlehrer das erste mal hier im Stall war und ihr Unterricht gab. So ein Quatsch! Warum sagte Bernd so was! Björn war lediglich ihr Reitlehrer! Oder? War da vielleicht wirklich mehr? Oh, was für ein Durcheinander war das nur plötzlich. Vor wenigen Wochen war noch alles so klar gewesen. Alles ging seinen ruhigen, geregelten Gang. Und nun? Nun stand sie mir Christina im gleichen Stall, überlegte, ob sie in ihren Reitlehrer verliebt war und er vielleicht in sie, überlegte ob Bernd in sie verliebt war. Alles Quatsch! Birgit wollte dieses Durcheinander in ihrem Kopf nicht und versuchte, diese Gedanken zu verscheuchen.

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Nr. 31

„Wenn Du so weiter machst, hast Du das Backenstück gleich durchgescheuert.“

Birgit schreckte auf. Wie? Was? Wer sprach da? Sie blickte hoch und musste sich die Hand über die Augen legen, weil die Sonne so blendete. Erst erblickte sie die Nüstern eines Pferdes, das sie schnell als Bernds Rappen identifizierte, dann, ein ganzes Stück höher, sah sie Bernd, im Sattel sitzend, der auf sie herabblickte.

„Entschuldigung.“ Sagte er nun. „Ich wollte dich nicht erschrecken. Aber wenn Du so weitermachst, musst Du Dir wohl eine neue Trense kaufen.“ Jetzt lachte er sein jungenhaftes Lachen.

„Beobachtest Du mich?“ fragte Birgit.

„Vielleicht.“ Antwortete er geheimnisvoll, wendete sein Pferd und arbeitete weiter an seinen Lektionen.

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Nr. 32

Endlich waren alle Teile der Trense gesäubert, gefettet und wieder zusammengebaut. Birgit betrachtete ihr Werk und war zufrieden. Satt schwarz glänzte das Leder in der Sonne.

„Du bist ja fleißig. Ich drücke mich immer vor der Lederpflege.“ Birgit drehte sich um. Da schlenderte Ulrike heran. „Hallo Ulrike.“ Begrüßte Birgit sie etwas kurz.

Ulrike schien das gar nicht zu bemerken. „Du hast nicht zufällig gerade die Nummer von Deinem Reitlehrer bei Dir?“ Birgit überlegte ein paar Sekunden. Dann erwiderte sie: „Nur, wenn Du mir versprichst, dass Du nicht gleich wieder weg bist, bevor ich mein Handy gezückt habe.“

Ulrike sah sie fragend an: „Nein. Warum sollte ich?“

„Du hast es vielleicht gar nicht bemerkt, aber Du hast mich schon zwei mal mitten in einer Unterhaltung stehen lassen.“ Erklärte Birgit.

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Nr. 33

„Echt?“ fragte Ulrike ehrlich erstaunt. „Das tut mir leid. Das war dann keine Absicht.“

„O.k..“ Birgit schob ihr Handy auf und nannte Ulrike die gewünschte Nummer, welche diese sofort in ihrem Handy abspeicherte.

Danach schauten Beide noch ein wenig über den Reitplatz, auf dem Bernd seinen Rappen am hingegebenen Zügel trocken ritt.

„Ich hab gehört, Du kennst Christina?“ Die Frage kam unvermittelt und fast erschrocken fuhr Birgits Kopf herum.

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Nr. 34

„Warum?“ fragte sie hastig.

„Nur so.“ antwortete Ulrike. „Interessierte mich halt nur mal.“

„Ist lange her.“ Birgit schaute wieder über den Reitplatz. „Falls Du etwas über sie wissen möchtest, kann ich Dir überhaupt nicht helfen.“

„War sie mal eine Freundin von Dir?“ Ulrike ließ nicht locker.

„Wie gesagt, ist lange her. Oh – so spät schon?“ Birgit sah auf Ihre Armbanduhr. „Sei mir nicht böse, aber ich muss ganz schnell los. Habe noch einen Termin. Tschüß.“ Sie warf sich die Trense über die Schulter und lief über den Sandweg zurück zum Stall. Nachdenklich schaute Ulrike ihr nach.

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Nr. 35

„Na, da bin ich ja mal gespannt, wie meine beiden Reitschülerinnen abschneiden werden.“ Die Reitstunde war zu Ende und Birgit sah ihren Reitlehrer fragend an: „Ulrike geht auf das gleiche Turnier wie ich?“

„Ulrike?“ Björn Hausner überlegte. Eine Ulrike kenne ich nicht.“ Müsste ich?“

„Ich habe ihr vor einiger Zeit Deine Nummer gegeben. Aber, wenn sie es nicht ist, wer ist es dann?“

„Na, Christina. Habe ich Dir nicht erzählt, dass ich inzwischen noch zwei neue Reitschülerinnen hier im Stall habe?“

Birgit sah ihn verstört an.

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Nr. 36

Nach einer Pause fragte sie: „Zwei neue Reitschülerinnen? Wer denn noch?“

„Eine Romana. Kennst Du sie?“ antwortete Björn Hausner.

„Romana? Nein. Kein Begriff.“

„Und – Christina?“ Björn Hausner sah Birgit erwartungsvoll an.

„Von früher.“ Beantwortete Birgit die Frage, wie immer, wenn sie nach Christina gefragt wurde, kurz und knapp.

„Aber Björn Hausner wollte sich damit nicht zufrieden geben. Er hielt Burschi am Zügel fest und schaute zu Birgit hoch.

„Ist da etwas, was ich wissen sollte?“ fragte er sie eindringlich.

„Aber nein.“ Versuchte Birgit ihrer Stimme etwas Leichtes zu verleihen. „Was sollte da sein?“

„Na ja,“ ließ der Reitlehrer nicht locker, „sie hat da etwas angedeutet.“

„Etwas angedeutet?“ wiederholte Birgit fragend.

„Sie sagte so etwas wie, dass man Vergangenes auch mal vergessen können sollte. Sie jedenfalls wäre bereit dazu.“ Und nach einer Pause fügte er hinzu: „Gab es Streit zwischen Euch?“

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Nr. 37

Birgit wusste nicht, was sie sagen sollte. Sollte sie ihrem Reitlehrer die ganze Geschichte erzählen? Aber würde ihn das wirklich interessieren? Immerhin war er nur ihr Reitlehrer und er konnte sich nicht alle privaten Geschichten seiner Reitschüler anhören – dann käme er ja nicht mehr zum Unterrichten. Andererseits, wenn Christina davon anfing – und wenn sie ihm ihre Wahrheit erzählen würde – wie würde diese Wahrheit aussehen? Würde sie ihm erzählen, dass sie sie, Birgit, für die Mörderin ihres Pferdes hielt? War es dann nicht besser, er würde die Geschichte schon von ihr selbst kennen?

„Birgit?“ Björn Hausner  holte sie aus ihren Gedanken.

„Äh – ich glaube – ich möchte nicht darüber sprechen. Es ist alles, wie schon gesagt, lange her. Nächste Woche? Gleiche Zeit, gleiche Stelle?“ fragte sie gespielt fröhlich.

„Natürlich.“ Erwiderte ihr Reitlehrer nachdenklich. „Natürlich. Wie immer.“

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Nr. 38

Als Birgit am nächsten Tag die Sattelkammer betrat, sah sie Ulrike an ihrem Spind stehen. Sie trat an sie heran: „Hallo Ulrike, na, schon meinen Reitlehrer angerufen?“

„Ne du, noch nicht. Bin noch nicht dazu gekommen.“

„Ach so. Was ich fragen wollte. Kennst Du eine Romana hier im Stall?“

Ulrike zog einen Mundwinkel verächtlich hoch. „Kennen ist zu viel gesagt. Aber ich weiß, wer sie ist. Warum?“

„Ach, hat mich nur interessiert. Sie nimmt jetzt wohl auch Unterricht bei Björn.“

„Björn?“ fragte Ulrike.

„Björn Hausner – mein Reitlehrer.“

„Ach so. Ja, ich hab seinen Namen noch nicht so verinnerlicht. So, so – und Romana nimmt jetzt auch Unterricht bei ihm. Na ja – war ja zu erwarten.“

„Warum war das zu erwarten?“ Birgit merkte, dass sie nahe daran war, wchtige Dinge zu erfahren.

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Nr. 39

„Romana ist Christinas Freundin. Man könnte auch sagen, ihre Untertanin. Und was Christina sagt, tut oder denkt, das sagt, tut oder denkt auch Romana. Tja – und da Christina bei Deinem Reitlehrer Unterricht nimmt, muss Romana das natürlich auch tun, verstehst Du?“

Birgit hielt einen Moment die Luft an, um sie kurze Zeit später in einem Schwall auszustoßen.

“Ich weiß, dass Christina Unterricht bei Björn hat!“  Birgits Stimme klang laut und schrill und überschlug sich fast.

„Was hast Du denn?“ Ulrike sah Birgit überrascht an.

“Nichts.” Konnte Birgit gerade noch herausquetschen. Dann war diesmal sie es, die Ulrike einfach stehen ließ.

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Nr. 40

„Also gut.“ Birgit stand vor dem Spiegel und sprach mit sich selbst. „Du musst jetzt eine Entscheidung treffen. Entweder läufst Du weg – so wie beim letzten Mal oder Du kämpfst es diesmal aus.“ Birgt spürte, wie sich ihr Magen zusammenkrampfte. Beide Lösungen waren nicht gerade dazu angetan, Freude auszulösen.  „Läufst Du weg,“ fuhr Birgit fort und schaute wieder in den Spiegel, „verlierst Du erstens Achtung vor Dir selbst, lässt zweitens die anderen glauben, dass Du tatsächlich eine Pferdemörderin bist, musst drittens vielleicht ein Leben lang vor Christina davonlaufen, bist viertens wieder allein, aber – Du hast Deine Ruhe. Bleibst Du und kämpfst es aus, hast Du erstens die Chance, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen, kannst Dir zweitens im Spiegel mit Achtung in die Augen sehen, brauchst drittens anschließend nicht mehr vor Christina davon zu laufen, aber – es wird eine harte Zeit. Also Birgit – entscheide Dich!“ Birgit stand jetzt gerade aufgerichtet und mit entschlossenem Gesichtsausdruck da. Die Entscheidung war gefallen. Sie würde diesmal nicht davonlaufen.