DRSS – Nr.1 bis Nr. 20

16. April 2010

DRSS – Die-Reit-Stall-Soap

Nr.1


„Hallo! Ich bin Ulrike. Du bist neu hier, nicht wahr?“

„Hallo. Ja, ich heiße Birgit.“

„ Und? Buschreiterin?“

„ Äh – nee – eigentlich Dressur – überwiegend. Also ich mach auch schon mal einen kleinen Sprung, aber…“

„Dressur – so,so – auch turniermäßig? Oder nur so für dich?“

„Ein paar Turniere im Jahr. Nicht zu viele. Da habe ich keine Lust …“

„L – oder höher?“

„L – ja. Soll aber noch …“

„Ja, ja – bis L kommen wir alle, nicht wahr? Na dann, wenn du etwas brauchst, frag mich ruhig. Ich kenn mich hier aus. Tschüß.“

Birgit sah ihrer neuen Stallbekanntschaft verdattert nach. Sie war sich nicht sicher, ob sie Ulrike in Zukunft gern um Hilfe bitten würde…

„Na? In Ulrikes Krallen geraten?“ Eine dunkle Stimme kam aus der Richtung ihres rechten Schulterblattes. Sie drehte sich um. ≈≈≈

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Nr. 2

„Hi. Ich bin Bernd.“

Na so was: Der war ja nicht größer als sie selbst – und das kam weiß Gott nicht oft vor. Schon gar nicht bei Männern.

„Hallo Bernd. Ich heiße Birgit.“

Bernd schaute verschwörerisch nach rechts und links. „Pass auf, mit wem du dich hier einlässt. Hier sind zwei Cliquen im Kampf um die Vorherrschaft.“

„Oh.“ Entfuhr es Birgit und sie dachte: ‚In was gerate ich denn hier gerade hinein?’ Und sie fügte dem ‚Oh’ hinzu: „Ach – ich möchte eigentlich nur reiten. … und dass es meinem Burschi gut geht.“

„Burschi?“ fragte Bernd lachend. „Heißt so dein Pferd?“

„Ja,“ antwortete Birgit scharf, „und er ist ein Haffi. Da kannst du dann gleich noch ein bisschen mehr lachen.“ Sie wandte sich wieder dem Einräumen ihres Spindes zu. Sie kannte diese Überheblichkeit von Großpferdebesitzern schon und sie ging ihr auf die Nerven.

„Entschuldigung. Ich wollte Dein Pferd nicht beleidigen. Ich fand halt nur Burschi einen lustigen Namen.“

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Nr. 3

„O.k.“ sagte Birgit kurz, ohne sich umzudrehen.

„Na dann, erst mal tschüß.“ Bernd beendete das Gespräch  nur zögernd.

„Ja, tschüß.“ Murmelte Birgit leise und dachte: ‚Geh bloß deiner Wege.’

Als sie Sattel, Trense und alles andere Zubehör eingeräumt hatte, schlenderte sie noch einmal die Stallgasse entlang in Richtung Paddock. Sie wollte noch einen Blick auf Burschi werfen. In Gedanken versunken schaute sie rechts und links in die teilweise leeren, teilweise bewohnten Pferdeboxen.

Plötzlich blieb sie ruckartig stehen. Aus der großen Eckbox am Ende des Ganges starrten sie zwei Augen an.

‚Oh nein!’, dachte Birgit. Bitte lass es eine Täuschung sein! Sie starrte immer noch zwischen den Eisenstangen der Boxentür in die Box hinein.

„Ach nee – die Birgit!“ schallte es nun von dort.

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Nr.4

Birgit stand wie erstarrt in der Stallgasse und hoffte immer noch, dass sie einer optischen Täuschung unterlag.

Die Augen zwischen den Eisenstangen kamen in Bewegung. Wie das Auf- und Abflackern des Sonnenlichts zwischen Alleebäumen, leuchteten die Augen auf, wenn sie zwischen den Stangen erschienen, und verschwanden dann wieder für einen winzigen Augenblick, wenn Sie von den Stangen verdeckt wurden.

Nun stand die zu den wandernden Augen gehörende Person komplett in der Boxentür und grinste hämisch.

„Na? Willst Du mir denn gar nicht ‚Guten Tag’ sagen, Birgit?“ fragte sie.

Birgit schwieg.

„Sag bloß, Du stehst jetzt mit Deinem Pferd hier.“ Fuhr die Person fort.

Birgit schwieg. In ihrem Kopf schwirrten die Gedanken durcheinander.

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Nr. 5

Das konnte doch nicht wahr sein. Sollten sie jetzt tatsächlich wieder im gleichen Stall stehen? Würde sich womöglich alles noch einmal wiederholen? Christina war alles zuzutrauen. War es vielleicht das Beste, sofort zu kündigen und sich einen anderen Stall zu suchen? Aber es war nicht so einfach, etwas Passendes hier in der Umgebung zu finden.

Birgit löste den Blick von der Frau in der Boxentür und ging, ohne ein einziges Wort zu verlieren, die Stallgasse weiter Richtung Paddock.

„Mensch Burschi, das kann doch nicht wahr sein!“ Birgit kraulte ihr Pferd hinter dem Ohr, was dieses damit beantwortete, dass es denn Kopf gegen ihre Hand drückte, bis Hand und Kopf fast am Boden waren.

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Nr.6

„Wie klein kann denn diese verdammte Welt sein, dass diese hinterlistige, gemeine – oh – mir fallen gar nicht genug Beschimpfungen ein – Person ausgerechnet hier in diesem Stall stehen muss!“

Während sie so kraulend bei ihrem Pferdchen Burschi am Paddock stand, fiel ihr die ganze Geschichte wieder ein.

Christina und sie waren Freundinnen gewesen. Sie ritten zusammen aus, trainierten für kleine Turniere, tauschten ihre Verliebtheits-Abenteuer aus, kurzum, es war eine typische, schöne Mädchenfreundschaft gewesen. Dass Montigo, der damalige Wallach von Christina, viel wertvoller war als Burschi, war zwischen den beiden nie ein Thema gewesen. Burschi war damals noch sehr jung und ging auf Turnieren zunächst in niedrigeren Klassen als Montigo. Montigo war schon einige Jahre älter und Christinas Eltern hatten ihrer Tochter den bereits gut ausgebildeten Warmblutwallach zum fünfzehnten  Geburtstag geschenkt.

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Nr. 7

Burschi kam als Jährling zu Birgit. Er war einer von unzähligen Haflingerfohlen, die man damals „für einen Appel und ‚n Ei“, wie man so schön sagt, erwerben konnte, um sie vor dem Schlachter zu retten. Eine geschickte Vermarktungskampagne, wie Birgit heute wusste. Und sie hatte Glück gehabt. Viele dieser Fohlen waren so krank, dass sie das Erwachsenenalter nie erlebten. Burschi hingegen ließ sich nach ein paar Erkrankungen gut aufpäppeln und entwickelte sich danach zu einem wunderhübschen, kraftigen Wallach mit langer seidiger Mähne und ausgeglichenem Wesen. Auch zeigte er nie die den Haflingern nachgesagte Dickköpfigkeit. Er arbeitete gerne mit und bald zeigte sich sogar sein Talent für Dressurarbeit.

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Nr. 8

Nach wenigen Jahren unter dem Sattel hatten Birgit und Burschi das Reitniveau von Christina und Montigo erreicht und es ließ sich nicht vermeiden, dass die Beiden bei dem einen oder anderen Turnier in der gleichen Prüfung starteten.

Solange Birgit und Burschi bei den Platzierungen hinter Christina und Montigo lagen, war die Welt noch in Ordnung gewesen. Christine gab ihr Tipps, wie sie es besser machen könnte und Birgit nahm diese Tipps dankbar an, ohne die Gönnerhaftigkeit, die dahinter steckte, zu bemerken.

Dann aber kam der Tag, an dem Sie mit Burschi eine A-Dressurprüfung gewann, in der auch Christina gestartet war und diese hinter sich ließ. Von diesem Tag an war nichts mehr wie vorher.

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Nr. 9

Das Verhältnis der Beiden verschlechterte sich von Monat zu Monat und um so besser Birgit und Burschi wurden, um so gemeiner wurde Christina zu ihr, machte sie im Stall schlecht, erzählte unwahre Geschichten über sie und zettelte dann die unglaublichste Geschichte an, die Birgit sich vorstellen konnte. Bis heute blieb dieses Geschehen unaufgeklärt. Birgit hatte damals keine Beweise für die unglaubliche Tat finden können und so gelang es Christina, den Verdacht auf sie, Birgit, zu lenken. Es war die schrecklichste Zeit, die Birgit je erlebt hatte. Sie hatte sich damals zurückgezogen, ihren Burschi zusammen mit einem alten Shetti ans Haus gestellt und war nicht mehr auf Turniere gegangen.

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Nr. 10

Es geschah einen Tag nach einem kleinen Reitturnier, auf dem Birgit und Burschi den dritten Platz gemacht hatten, während Christina und Montigo gerade noch in die Platzierung gekommen waren.

Birgit hatte die Situation vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Sie betrat den Stall und sah einige ihrer Stallgenossinnen betreten zusammen stehen. In ihrer Mitte Christina, die sie beim Eintreten hasserfüllt ansah und dann auf sie losging:

„Du Mörderin! Du verdammte Pferdemörderin!“ schrie sie.

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Nr. 11

Birgit war vor Schrecken wie versteinert und brachte zunächst einmal kein Wort heraus. Dann sagte sie: „Ich verstehe kein Wort. Was willst Du von mir? Was ist denn passiert?“

Wieder schlug ihr eine Welle aus Wut, Tränen und Hass entgegen: „Tu doch nicht so! Du hast Montigo umgebracht! Du hast mein Pferd getötet, weil Du eifersüchtig bist! Ich werde Dich anzeigen! Das wirst Du büßen!“

Birgits Versteinerung hatte sich urplötzlich gelöst. Das Herz schlug ihr bis zum Hals und sie zitterte: „Bist Du wahnsinnig geworden?! Was zum Teufel ist hier passiert?!“

„Seht Euch nur diese Heuchlerin an!“ schrie Christina. „Was für eine verdammte Schauspielerin.“

Birgit überwand ihre Angst und ging auf die Mädchengruppe zu, die sich vor Montigos Box versammelt hatte. Langsam machten sie die Tür frei, so dass Birgit in die Box hineinschauen konnte.

Liebe Leser und Leserinnen,

Birgit, Burschi und Co. gehen in eine kleine Osterpause. Am Diestag geht es dann weiter!

Ich wünsche allen ein frohes Osterfest, lustiges Eiersuchen und ein paar warme Sonnenstrahlen.

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Nr. 12

Sofort musste sie den Blick für einen Moment abwenden. Montigo lag in seiner Box, die Augen weit und das Maul leicht geöffnet, so dass man seine braungefärbten Schneidezähne sehen konnte. Er atmete nicht mehr – Montigo war tot!

Birgit wandte sich schockiert an Christina: „Oh mein Gott, das ist ja furchtbar. Du denkst doch nicht wirklich – Christina – bitte! Das kann doch nicht Dein Ernst sein! Ich kann doch kein Tier töten! Das weißt Du doch! Und Montigo doch schon tausendmal nicht!“

Christina ließ einige Zeit für eine bedeutungsvolle Pause vergehen. Sie hatte jetzt die ungeteilte Aufmerksamkeit aller.

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Nr. 13

„Du wärest nicht die Erste, die aus Eifersucht tötet.“ Erwiderte sie jetzt sehr langsam und betont ruhig.

„Eifersüchtig?“ fragte Birgit. „Worauf zum Teufel soll ich denn eifersüchtig sein?“

„Darauf, dass ich für die Vereinsmannschaft aufgestellt worden bin und nicht Du.“

Das hat Dich rasend gemacht. Gib es doch zu!“ forderte sie am Schluss lautstark.

„Aber davon höre ich doch gerade zum ersten Mal.“ Antwortete Birgit. „Und überhaupt. Deswegen bringt doch niemand ein Pferd um. Bist Du denn von allen guten Geistern verlassen?“

„Alle Bewerber haben gestern Post vom Verein bekommen. Du lügst schon wieder!“

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Nr. 14

Die herumstehenden Mädchen verfolgten das Streitgespräch stumm. Man spürte, dass sie erstens noch vor Entsetzen wie gelähmt waren und sich zweitens noch auf keine Seite geschlagen hatten. Aber gerade eben schien Christina eindeutig einen Punkt gemacht zu haben.

„Christina und Du – ihr kennt Euch?“

Birgit drehte langsam ihren Kopf zur Seite. Es dauerte einen Moment, bis sie aus ihren Gedanken wieder in die Wirklichkeit zurückfand. Neben ihr stand Bernd. Er schien ständig wie aus dem Nichts aufzutauchen und er schien alles mitzubekommen, was im Stall gesprochen wurde.

„Von früher.“ Antwortete sie kurz, kletterte durch den Zaun, der den Paddock umgab und ließ Bernd einfach stehen.

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Nr. 15

Der Tod von Montigo wurde nie aufgeklärt. Montigo wurde auch nicht obduziert. Christinas Eltern wollten das zwar veranlassen, aber Christina hatte sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Sie könnte die Vorstellung, dass man ihr geliebtes Pferd jetzt auch noch auseinander schneide, nicht ertragen, hatte sie immer wieder wiederholt und ihre Eltern hatten sich irgendwann gefügt… .

Auch, wenn niemand im Stall es offen ausgesprochen hatte, irgendwie hatte Birgit immer das Gefühl gehabt, dass man sie seit diesem schrecklichen Tag mied. Sie wurde nicht mehr zu Parties eingeladen und irgendwann hatte sie ihren Burschi genommen, ein kleines, altes Shetland-Pony gekauft und die Beiden bei sich am Haus untergestellt.

Tja, und nun holte die Vergangenheit sie ein und sie wusste nicht im geringsten, wie sie damit umgehen sollte.

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Nr. 16

Vor einem knappen Jahr hatte sie wieder mit Reitunterricht begonnen. Sie hatte eine ganze Weile nach einem passenden Reitlehrer gesucht und ihn in Björn Hausner gefunden. Wie sie selbst verabscheute er die gerade umstrittenen Ausbildungsmethoden, bei denen man zum Beispiel den Kopf des Pferdes auf die Brust zog und den Hals total überdehnte. Für das Pferd eine wahre Quälerei, wie beide fanden. Und nicht nur sie… .

Heute nun sollte die erste Stunde im neuen Stall Heikmann sein und Birgit ritt ihren Burschi gerade warm, als sie die Stimme von Bernd hinter der Hallentür vernahm:

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Nr. 17

„Tür frei, bitte!“ rief er und ganz automatisch antwortete Birgit: „Ist frei!“

Die Hallentür öffnete sich und Bernd betrat mit seinem Pferd im Gefolge die Halle. Birgit konnte eine Zeit lang nicht den Blick von diesem Pferd abwenden. Es war eines der schönsten Pferde, das sie in letzter Zeit gesehen hatte. Der glänzende Rappe hatte einen wunderschönen, dichten und langen Schweif, ebenso war seine Mähne und man suchte vergeblich nach einem Abzeichen. Kein weißes Haar störte das wunderbare, schwarze Fell, unter dem bei jedem Schritt die Muskeln tanzten.

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Nr. 18

„Das ist aber ein hübscher Bursche!“ entfuhr es Birgit und Bernd lächelte so, als hätte er das schon öfter gehört. Er antwortete: „Danke für das Kompliment.“ Während sie Burschi im Trab löste, beobachtete sie mit kurzen Blicken Bernd und sein Pferd. Der Schwarze war nicht sehr ausgeglichen. Er blieb beim Aufsitzen nicht ruhig stehen und kaum saß Bernd im Sattel, da marschierte er auch schon in flottem Schritt los. Bernd schien das zu kennen. Er gurtete im Schritt nach und trabte dann sofort an. Birgit dachte sich ihren Teil, als sie das sah und arbeitete dann konzentriert mit Burschi weiter.

„Tür frei!“ ertönte wieder eine Stimme hinter der Hallentür. Es war

unverkennbar der erwartete Reitlehrer von Birgit und so rief sie, nachdem sie sich nach Bernd und seinem Rappen umgeschaut hatte: „Ist frei!“

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Nr. 19

Die Hallentür öffnete sich und Björn Hausner betrat die Halle. „Hallo Birgit!“ begrüßte er sie, gab ihr die Hand und streichelte dann Burschi.

„Na, wie habt Ihr den Umzug überstanden?“ fragte er und lächelte Birgit freundlich an.

„Den Umzug gut.“ Antwortete Birgit.

„Aber?“ Björn Hausner hatte genau mitgekommen, dass die Betonung auf ‚Den Umzug’ gelegen hatte.

„Aber nichts.“ Erwiderte  Birgit. Was sollte sie ihren Reitlehrer mit uralten Geschichten belasten, die dann auch noch vor seiner Zeit geschehen waren. „Wirklich. Alles in Ordnung.“ Betonte sie noch einmal.

„Na gut. Dann können wir ja anfangen.  Hat er sich gut lösen lassen, oder merkt man ihm die Umstellung  an. Ist er irgendwie angespannt?“ Wie immer betrachtete Hausner die gesamte Situation rund um Pferd und Reiter und das war es, was ihn in Birgits Augen von allen anderen Ausbildern unterschied, die sie bisher kennen gelernt hatte.

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Nr. 20

Nun begann das Training und Birgit vergaß alles andere um sich herum. Das änderte sich schlagartig, als sie einen Blick auf die Tribüne warf und dort Christina entdeckte.

Sofort entstand ein Moment höchster Anspannung, der sich natürlich auf Burschi übertrug und auch von Björn Hausner nicht unbemerkt blieb. Er folgte Birgits Blick auf die Tribüne, konnte dort aber nichts Besonderes entdecken. Nur eine junge Frau schaute in die Halle hinein.

„Tja, Birgit,“ sagte er lachend, „an Zuschauer wirst Du Dich nun wieder gewöhnen müssen.“